Am Anfang war das Ur-Huhn

Am Anfang war das Ur-Huhn

Der Holzhäuser Geflügel- und Kaninchenzuchtverein (GKZV) ist bei der Hochtaunus-Kreisschau der Rassegeflügelzüchter als Sieger hervorgegangen. Zuvor hatten sieben Preisrichter fast 500 Tiere unter die Lupe genommen und nach strengen Züchterkriterien bewertet.

Burgholzhausen. 

Heimsieg zur Premiere – besser hätte es für den Holzhäuser Geflügel- und Kaninchenzuchtverein gar nicht laufen können. Da holen die Freunde von Federvieh und Mümmelmännern erstmalig in der Vereinsgeschichte die „Kreisschau“ in die heimische Turnhalle am Sauerborn und dann räumen sie auch noch die Top-Wertungen ab.

Entsprechend stolz waren die Holzhäuser Züchter darauf, die Herausforderung mit Bravour bestanden zu haben. Knapp 500 Hühner und Tauben hatten die 15 Kleintierzuchtvereine des Hochtaunuskreises ins Rennen geschickt, von denen mehr als die Hälfte aus Burgholzhausen stammte.

Doch nicht nur das liebe Federvieh, sondern auch Kaninchen und Hasen stellten sich den kritischen Blicken des interessierten Publikums. „Dabei ist es gar nicht selbstverständlich, dass gerade junge Menschen die Tiere sehen können, die einst zu unserem Lebensalltag zählten“, sagte Schirmherr und Landrat Ulrich Krebs (CDU), der die Ausstellung eröffnete. Auch der Friedrichsdorfer Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) lobte das Engagement der Züchter. „Die Kleintierschauen sind wichtig für den dörflichen Charakter von Burgholzhausen, das über eine beeindruckende Anzahl erfolgreicher Züchter verfügt.“

Wer die Gelegenheit nutzte, die Artenvielfalt der gezeigten Kreaturen zu bestaunen und die Anmut der Tiere auf sich wirken zu lassen, bekam ausschließlich Vertreter alter Geflügelrassen zu sehen. Beispielsweise Hühner der Gattung „Dresdner“, die mit einem imposanten „Kampfgewicht“ von bis zu drei Kilogramm pro Exemplar und einer hohen Legeleistung als hervorragende Futterverwerter gelten.

Genauso hübsch anzuschauen waren die kleinen Geschwister der bräunlich schimmernden Riesenvögel, die sogenannten Zwerg-Dresdner. Wirtschaftlich betrachtet sind sie nicht ganz so bedeutend, dafür eignen sie sich aber besser für kleinere Haltungen mit beschränktem Auslauf.

Zwerghuhnrassen gibt es in allen Farben und Formen – das bewies die Kreisschau. Da waren die schwarz-weiß gemusterten Bantam, die herrlich bunt schimmernden Zwergwyandotten oder die stolzen Zwerg New Hampshire mit ihren leuchtend roten Kämmen. „Ohne die Geflügelzucht wären viele Rassen längst ausgestorben“, betonte der GKZV-Vorsitzende Heinz Kapschefsky.

Was viele nicht wissen: Die heute so unterschiedlichen Federviecher haben ein gemeinsames „Ur-Huhn“, das südostasiatische Bankivahuhn, aus dem sich im Verlauf von mehr als 4 000 Jahren die anderen Rassen entwickelt haben.

Die Erhaltung alter Rassen hat aber nicht nur einen ästhetischen, sondern auch einen kommerziellen Wert für die Landwirtschaft, gehen aus ihnen doch die sogenannten Hybrid hervor. Ohne sie wäre die weltweite Fleisch- und Eierproduktion in ihrem jetzigen Umfang undenkbar.

Doch zurück zur Kreisgeflügelschau, die neben Hühnern natürlich auch eine Vielzahl von Tauben zu bieten hatte. So lugten unter anderem die zierlichen Voorburger Schildkröpfer aus den Drahtkäfigen, deren Bezeichnung auf ihre markant vergrößerte Speiseröhre zurückzuführen ist. Rabenschwarz oder rostbraun präsentierten sich die Köpfe und Flügel der Lahore-Tauben, deren Federn ansonsten in leuchtendem Weiß erstrahlte – bis hin zum Gefieder an den Füßen.

Wer sich danach den Käfigen der stattlichen Deutschen Modenesertauben näherte, kam um einen Gedanken an einen sonntäglichen Festbraten kaum umhin. Denn natürlich gehört auch die kulinarische Zubereitung der Tiere zum Alltag der meisten Kleintierzüchter. Da macht keiner ein Geheimnis daraus. Kapschefsky etwa bevorzugt das Garen im Wok. Darin brät der gelernte Küchenmeister das gekochte und ausgelöste Hühnerfleisch knusprig an, bevor er es mit Chinagemüse vermengt und schließlich zu Reis serviert.

Anders bei Hasen-Züchterin Gisela Wolff: Ihre blauen Widderzwerge landen nicht in der Pfanne, sondern als Streichelhasen in Kinderhänden.

Wer sich dem Hobby der Kleintierzucht widmen möchte, kann Heinz Kapschefsky kontaktieren. Seine Telefonnummer lautet (0 60 07) 10 90.

Quelle:

http://www.fnp.de/lokales/hochtaunus/Am-Anfang-war-das-Ur-Huhn;art690,430245?GEPC=s1http://www.fnp.de/lokales/hochtaunus/Am-Anfang-war-das-Ur-Huhn;art690,430245?GEPC=s1

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